IGEL TC 215 mit Thinstation Linux

Ich benutze in unserer Buchhandlung seit einigen Jahren Thin Clients Wyse Winterm V80, um damit auf einen Terminalserver unter Linux zuzugreifen.

Die Wyse Winterm V80  funktionieren zwar, sind aber doch recht schwachbrüstig. Es kommt immer wieder zu schwarzen BIldschirmflächen im Client, in denen der Bildschirminhalt nicht aktualisiert wird.

Ich bin in der Bucht über interessanten Ersatz gestolpert: IGEL TC 215. Das sind ebenfalls Thin Clients mit 1GB Hauptspeicher und 2GB Compactflash, gleichzeitig haben sind sie an einen 22″Monitor angebaut, sodass sich ein schöner großer Bildschirm bei geringem Grundplatzbedarf ergibt.

Ich hatte Glück nach dem auspacken konnte ich verschiedene Linuxderivate mit einem mit Multisystem versehenen Bootstick starten. (Falls das nicht funktioniert: Stick einstecken, mit DEL-Taste beim booten ins Bios-Setup und Festplatten-Bootreihenfolge umstellen, sodass erst vom Stick gebootet wird)

Kodibuntu-Linux-i386: Filme liefen mit Bild und Ton direkt vom Stick ohne Ruckler. Damit lassen sich standalone Diashows abspielen ohne weitere Hardware.  (Seit einiger Zeit verwenden wir kodi dazu um mithilfe der eingebauten Diashow  Titelcover auf einem Flatscreen im Schaufenster darzustellen.)

Bei meinem Versuch Linux auf dem Compactflash zu installieren kam es bei mir bei mir zum Fehler und der Rechner wollte nicht mehr booten. (Lösung: Änderung der Bootreihenfolge)

Erst nachdem ich im Setup den Compactflash abgeschaltet hatte, konnte ich wieder per USB booten. Leider ist es nicht möglich von einem externen CD-ROM Laufwerk zu booten, vermutlich weil die Stromversorgung der USB-Ports des Clients zu schwachbrüstig ist.

Da das Linuxsystem der Firma IGEL gelöscht war und mir auch keine Lizenzschlüssel vorliegen, habe ich vor die Thinstation-Linux auf den Flash-Speicher zu bringen. Damit der Rechner auch ohne Netboot als Standalone-Rechner funktioniert. In den Quellen von Thinstation bin ich darauf gestoßen, dass hier auch XBMC unterstützt wird. Mithilfe eines ISO-Files kann man sich ein komplettes Entwicklungssystem installieren, mit dem man für jeden Client ein individuelles Linux erzeugen kann.

Da in meiner Buchhandlung die ganze Katalog/Bestell und Kassensoftware in  Browserfenstern läuft will ich ebenfalls austesten, ob die Firefoxinstallation direkt auf TerminalClient schnell genug ist, um damit zu arbeiten. Dann könnte ich es mir sparen einen Terminalserver bereitzuhalten von dem aus die Clients bedient werden. (Wie sich inzwischen heraus gestellt hat ist das in dem package firefox-lowmem enthaltene Firefox Browser schlank genug dafür und die Netzwerkauslastaung in unserem Netz ist gesunken)

Im Bios kann die Bootreihenfolge der Festplatten umgestellt werden. Ein eingesteckter Stick wird als Festplatte erkannt und kann so vom Bios vor der internen Platte gebootet werden.

Mithilfe eines i386 Linux, das ich vom Stick gebootet habe konnte ich mit fdisk /dev/sda

eine primary partition mit dem flag bootable erzeugen. Danach habe ich mit mkfs.vfat /dev/sda1 ein fat32-filesystem angelegt auf dem ich mit syslinux -d /syslinux/ /dev/sda1 syslinux als boot-loader eingerichtet habe. Im Verzeichnis /syslinux muss dann eine Datei mit Namen ’syslinux.cfg‘ angelegt werden, die dort den Pfad zum Kernel und initrd (ramdisk-image) angibt.

##### syslinux.cfg ##########

TIMEOUT 0
DEFAULT default
DISPLAY product.txt

LABEL default
KERNEL /boot1/vmlinuz
APPEND initrd=/boot1/initrd  splash=silent,theme:default load_ramdisk=1 ramdisk_blocksize=4096 root=/dev/ram0  ramdisk_size=786432 console=tty1 vt.global_cursor_default=0 quiet loglevel=3 LM=2

##################

Wie man hier sehen kann habe ich im Verzeichnis /boot1/ die Dateien vmlinuz und initrd abgelegt

 

Fortsetzung folgt!