Bill Bryson: It’s teatime, my dear

Wieder Reif für die Insel

Buchhandlung Brumby empfiehlt: Bill Bryson: It's teatime, my dear
Buchhandlung Brumby empfiehlt: Bill Bryson: It’s teatime, my dear

Vor über dreißig Jahren beschloss der Amerikaner Bill Bryson, England zu seiner Wahlheimat zu machen und für einige Jahre dort zu leben. Damals brach er auf zu einer großen Erkundungsreise quer über die britische Insel. Inzwischen ist er ein alter Hase, was die Eigentümlichkeiten der Engländer betrifft, aber dennoch entdeckt er immer wieder Neues, was ihn fasziniert und amüsiert. Kein Wunder also, dass es ihn reizt, diese Insel erneut ausgiebig zu bereisen. Von Bognor Regis bis Cape Wrath, vom englischen Teehaus bis zum schottischen Pub, von der kleinsten Absteige bis zum noblen Hotel, Bryson lässt nichts aus und beantwortet zahlreiche Fragen. Wie heißt der Big Ben eigentlich wirklich? Wer war Mr. Everest? Warum verstehen sich Amerikaner und Engländer nur bedingt? Bill Bryson will noch einmal wissen, was dieses Land so liebenswert macht, und begibt sich auf den Weg – schließlich ist er wieder reif für die Insel!

Ich bekenne, ich bin ein Bill Bryson Fan, deshalb habe ich dieses Buch lange erwartet. Ich lese normalerweise keine Tagebücher und Reiseberichte, bei Bill Bryson mache ich jedoch eine Ausnahme. Ich habe alles von ihm gelesen, was ich in die Hände bekommen konnte. Er hat eine urkomische Australienreise beschrieben („Frühstück mit Kanguruhs“). EIne liebenswerte Beschreibung einer Wanderung auf dem Appalachian Trail („Picknick mit Bären“). Nachdem er lange mit seiner „englischen Frau“ in England gelebt hat („Reif für die Insel“), zieht er mit ihr zusammen in die USA und betrachtet dort die Eingeheiten seiner Landsleute aus einer neuen Perspektive („Streiflichter aus Amerika“). Sie sehen Bryson ist gut herumgekommen. Ich habe ihn mir immer als kleinen gemütlichen Mann mit dickem Bauch vorgestellt, der neugierig auf seine Umwelt auf Erkundigungstour geht. Dabei verknüpft er seine kleinen  Missgeschicke und Erlebnisse seiner Reisen mit einer erstaunlichen Kenntnis an kutlurellen und geschichtlichen Einzelheiten.

Bryson_FacebookMein absolutes Lieblingsbuch ist „die kurze Geschichte von fast allem“ in dem er eine Wissenschaftsgeschichichte vom Urknall bis heute auf äußerst unterhaltsame Weise mit der Beschreibung der schrulligen Eigenheiten ihrer Entdecker verknüpft. So macht Geschichte richtig Spaß.

In seinem neuen Buch bereist Bryson noch einmal seine Wahlheimat England. Er will sich einbürgern lassen und muss dafür den Einbürgerungstest bestehen, der mindestens genauso bescheuert ist, wie der entsprechende deutsche Test, den nicht einmal die „deutschen Freunde gegen die islamische Überfremdung“ bestehen würden. Zum Glück müssen die den nicht machen – wohin sollten wir sie auch ausweisen?

Das Buch: ‚It’s teatime my dear‘ ist auf jeden Fall für jeden Englandliebhaber geeignet. Für die Bryson-Fans sowieso…

Peter Reich

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